lächelnde Bienen im Schwarm

Bild & Text von BUND.net (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)

Guten Tag,

eine gute Nachricht zum Frühlingsanfang: Der BUND hat seinen Rechtsstreit mit dem Chemiekonzern Bayer gewonnen. Wir dürfen bienengefährdende Pestizide wieder als solche bezeichnen. Das reicht uns aber noch nicht: Jetzt müssen die fraglichen Produkte vom Markt verschwinden und der Wirkstoff Thiacloprid gehört verboten.

Dafür kämpfen wir weiter. Und auch Sie können den Bienen helfen: Nutzen Sie doch die erste Frühlingssonnenstrahlen, richten Sie Ihre Gärten und Balkone bienenfreundlich ein und bauen Sie eine Nisthilfe. Übrigens: Wildblumenbeete gefallen auch anderen Tierchen wie etwa Schmetterlingen. Die Natur wird es Ihnen danken.

Viele Grüße vom Köllnischen Park

Dr. Norbert Franck und Holger Böthling

BUND gewinnt Rechtsstreit gegen Bayer und für die Bienen

Der BUND hat seinen Rechtsstreit gegen die Bayer CropScience Deutschland GmbH, eine Tochter der Bayer AG, gewonnen. Nach dem am 11.3.2015 verkündeten Urteil des Landgerichts Düsseldorf darf der BUND wieder ohne Einschränkung sagen, dass zwei von Bayer hergestellte Pestizidprodukte für Bienen gefährlich sind und es sich bei dem darauf abgebildeten Logo mit dem Aufdruck „nicht bienengefährlich“ um eine Irreführung von Verbrauchern handelt.

Als Konsequenz aus dem Urteil fordert der BUND Bayer auf, seine Bienen gefährdenden Produkte mit dem Wirkstoff Thiacloprid sofort vom Markt zu nehmen. Auch Bau- und Gartenmärkte sollen den Verkauf von thiaclopridhaltigen Pestiziden einstellen. Außerdem muss die EU die Zulassung des Wirkstoffs zurücknehmen und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Produktzulassungen aller thiaclopridhaltigen Produkte widerrufen.

Das wollen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher: Sie haben mittels der BUND-Onlineaktion innerhalb eines Monats bereits mehr als 20.000 Protestschreiben gegen den umstrittenen Wirkstoff an Bayer gesendet.

Wie kam es zu dem Gerichtsprozess zwischen BUND und Bayer?

Der Pestizidhersteller Bayer Cropscience hatte eine einstweilige Verfügung gegen den BUND erwirkt. Der Grund: Der BUND veröffentlichte Anfang Dezember 2014 einen Einkaufscheck zum Verkauf von Pestiziden in Bau- und Gartenmärkten. Darin kritisierte er unter anderem zwei Produkte von Bayer Cropscience, die den Wirkstoff Thiacloprid enthalten. Der BUND hält diese Produkte für bienengefährlich und stützt sich dabei auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Bayer beruft sich dagegen auf ihre behördliche Zulassung, nach der sie als „bienenungefährlich“ eingestuft werden. Zudem vermarktet Bayer diese beiden Pestizide mit einem Logo „nicht bienengefährlich“ – der BUND bezeichnet dies in seiner Studie als Verbrauchertäuschung.

Der Wirkstoff Thiacloprid, ein so genanntes Neonikotinoid, beeinträchtigt nach neuesten Forschungen das Navigationsgedächtnis von Honigbienen, stört deren Tanzkommunikation und reduziert die Sammelaktivität der Pollen. Der BUND wollte sich von Bayer Cropscience nicht verbieten lassen, auf diese Gefahren für Bienen hinzuweisen, ohne immer gleichzeitig auf die behördliche Zulassung der beiden Produkte als „bienenungefährlich“ hinweisen zu müssen. Daher hatte er am 9. Januar 2015 Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Düsseldorf eingelegt. Am 23. Februar 2015 war der erste Gerichtstermin vor dem Düsseldorfer Landgericht, am11. März 2015 wurde das Urteil bgesprochen. Es bestätigt die Sicht des BUND, der seine Beurteilung der Pestizide von Bayer als gefährlich für Bienen wieder frei äußern darf.

Zum Hintergrund: Neonikotinoide sind Nervengifte, die bei Insekten die Reizweiterleitung blockieren und von der Umwelt zudem schlecht abgebaut werden. Sie stehen in dringenden Verdacht, das weltweit zu beobachtende Bienenvölkersterben mit auszulösen. Deshalb hat die EU-Kommission zum 1. Dezember 2013 bereits europaweit die drei Neonikotinoid-Wirkstoffe Clothianidin, Thiomethoxam und Imidacloprid für alle bienenrelevanten Kulturen für zwei Jahre vom Markt nehmen lassen.

Mehr Information zu Bienen, Pestiziden und mehr Aktionen für die Umwelt vom BUND (BUnd für Umwelt und Naturschutz Deutschland) finden Sie hier:

BUND.net