wildkatzeText und Foto BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)

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Sensationelle Nachweise der Wildkatze

Seit dem Jahr 2012 suchten rund 200 ehrenamtliche Aktive des BUND Naturschutz in Bayern (BN) nach einem der seltensten bayerischen Waldbewohner: der Wildkatze. Jetzt liegen die erfreulichen Ergebnisse vor. Die Wildkatze ist sowohl in die großen Waldgebiete Nordbayerns als auch in den Donauraum und sogar in die Region Augsburg zurückgekehrt. „Die neuen Nachweise bestätigen eindrucksvoll den Erfolg der Wiedereinbürgerung durch den BUND Naturschutz!“, freut sich der BN-Vorsitzende Hubert Weiger.

Sie durchstreifte unsere Wälder schon lange bevor die Römer die ersten Hauskatzen aus Afrika mitbrachten, aber kaum einer bekommt sie je zu Gesicht: die Europäische Wildkatze. Deutschlandweit wurde sie durch intensive Bejagung fast ausgerottet. Heute ist sie streng geschützt und kehrt langsam zurück in unsere Wälder. Allerdings ist bislang von einer geringen Dichte auszugehen: Nur 200 bis 250 Wildkatzen leben in Bayern, deutschlandweit gehen ExpertInnen von 5.000 bis 7.000 Wildkatzen aus. Jetzt gilt es, ihre Lebensräume zu schützen und die Gefährdung durch den Straßenverkehr zu minimieren. Die meisten der gefundenen toten Wildkatzen sind Verkehrsopfer.

Spessart, Rhön und die Haßberge galten in den letzten Jahren als die einzigen sicheren Wildkatzenvorkommen in Bayern. Schon 2013 gelangen dem BN in verschiedenen großen Waldgebieten Bayerns aber neue Erstnachweise. So konnten die scheuen Tiere im Steigerwald, im Nürnberger Reichswald und in der Fränkischen Schweiz belegt werden. 2014 wurden diese Nachweise bestätigt. Besonders erfreulich waren die Neunachweise in den Landkreisen Kronach und Hof und die Verdichtung der Nachweise in den Landkreisen Kulmbach und Lichtenfels. Sensationell waren vor allem zahlreiche Nachweise nördlich der Donau: Im Landkreis Eichstätt wurden die Funde von 2013 an vielen Orten bestätigt. Sie werden ergänzt durch Neunachweise in den Landkreisen Kehlheim, Donau-Ries und Dillingen. Sogar südlich der Donau finden sich im Raum Augsburg die ersten Beweise eines Wildkatzenvorkommens!

In Bayern galt die Wildkatze als gänzlich ausgestorben. 1984 startete der BN eine Wiedereinbürgerungs-Aktion und setzte bis 2009 vor allem im Spessart über 600 Wildkatzen aus. Auch eine Zuwanderung aus anderen deutschen Waldgebieten, insbesondere aus Thüringen und Hessen, ist mittlerweile wahrscheinlich. Gab es 2002 in Bayern lediglich zwei sichere Nachweise, waren es 2014 bereits 546 Wildkatzennachweise. „Die neuen Nachweise bestätigen eindrucksvoll den Erfolg der Wiedereinbürgerung durch den BN!“, so der BN-Vorsitzende Hubert Weiger. Er dankte bei einer Wildkatzentagung am 9.11.2014 im Rathaussaal in Forchheim den rund 200 ehrenamtlich Aktiven, die in den Wintern 2013 und 2014 mit über 1.500 Lockstöcken der Wildkatze auf der Spur waren. Hubert Weiger dankte in diesem Zusammenhang auch besonders dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den zahlreichen Forstbetrieben sowie den Jägern, ohne deren Unterstützung die Aktion gerade in Bayern nicht hätte stattfinden können. „Nur durch dieses beispiellos große Engagement konnten die Nachweise der Wildkatze in Bayern erbracht werden!“

Die Nachweise erfolgtem im Rahmen des bundesweiten BUND-Projektes „Wildkatzensprung“.  Im „Wildkatzensprung“ engagieren sich 10 Landesverbände des BUND für die Wildkatze. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt „Wildkatzensprung“ im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

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BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)