Ein sehr interessanter Kurzfilm, in dem die Sexualisierung und Diskriminierung von Frauen dargestellt wird durch Geschlechtertausch. Im Film diskriminieren, sexualisieren und vergewaltigen die Frauen die Männer. Vom kleinen Detail bis zur großen Straftat wird dadurch die Ungerechtigkeit und Unterdrückung sehr deutlich.

Das Video wurde fast 7 Millionen mal geklickt (Stand 18.02.14). Leider sind inzwischen die Kommentare ausgeschaltet. Es wäre interessant zu sehen, was die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu zu sagen haben.

Probleme: Sexualisierung, Belästigung, Missbrauch, Vergewaltigung

Das Problem von Sexualisierung, Belästigung, Missbrauch und Vergewaltigung ist alt und ebenso der Kampf dagegen. Leider ist, wie im Video sehr gut zu sehen, ebenso alt die Reaktion der Diskriminierenden: sie machen die Opfer lächerlich, verhöhnen sie, unterdrücken sie weiter, ja oft sogar noch mehr.

Neue Wege und mehr Gleichberechtigung

Glücklicherweise hat sich zu diesen Themen in den letzten 100 Jahren viel getan. Die Unterdrückung der Frau hat sich stark reduziert, vor allem durch das Engagement von Frauen in der feministischen Bewegung. Ein paar Highlights der letzten hundert Jahre, die gleichzeitig zeigen, wie massiv die Unterdrückung vorher war oder in anderen Ländern noch ist. Trotz dieser großen und großartigen Besserungen gibt es noch einiges zu tun.

Zum Beispiel: Frauenwahlrecht

„Die erste „moderne“ Kämpferin für das Frauenwahlrecht war Olympe de Gouges. Sie verfasste im Laufe derfranzösischen Revolution unter anderem die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin (veröffentlicht September 1791), wurde im Sommer 1793 verhaftet (also zur Zeit der Terrorherrschaft Robespierres) und im November 1793 nach kurzem Schauprozess hingerichtet.

1776 wurde im US-Bundesstaat New Jersey durch Verfassung das Wahlrecht für alle Personen ab einem gewissen Besitzstand eingeführt. Das galt somit auch für Witwen, nicht jedoch für verheiratete Frauen, weil diese nicht besitzen durften; das Wahlrecht wurde 1807 auf Männer eingeschränkt.“ (Quelle Wikipedia, Frauenwahlrecht)

Das erste Frauenwahlrecht wurde in der britischen Kronkolonie Pitcairn (Südpazifik) 1883 eingeführt. Es folgten verschiedene Staaten wie unter anderem Australien (1902), Finnland (1906),  Norwegen (1917) und Deutschland (1918).

Länder,  in denen das Frauenwahlrecht erst in jüngerer Vergangenheit eingeführt wurde: Schweiz (1971), Liechtenstein (1984) und Kuwait (2005).

Zum Beispiel: Vergewaltigung in der Ehe

Hier ein Auszug aus Wikipedia: “ Nahezu alle gegenwärtigen Gesellschaften kennen einen Straftatbestand der Vergewaltigung und ächten diese als eine der schwersten Straftaten. (…) Ein erzwungener Geschlechtsverkehr in der Ehe oder mit Gegnern (etwa im Krieg) oder Außenseitern (Minderheiten oder Sklaven) wurde oder wird nicht überall als strafwürdiges Verbrechen angesehen. Viele Gesellschaften kannten oder kennen zudem eine Schuldzuweisung an das Opfer, die sich etwa in Ausgrenzung bis zu zwangsweiser Eheschließung mit dem Vergewaltiger äußert. Noch im 20. Jahrhundert galten Vergewaltigungen in Beziehungen als Schande für die Frau, deren Tabuisierung und faktische Straflosigkeit weltweit erst von der zweiten Frauenbewegung durchbrochen wurde.“ (Quelle: Wikipedia „Vergewaltigung in der Ehe“)

In Deutschland ist die Vergewaltigung der Ehe erst seit 1997 strafbar.

Gewalt und Geschlecht

Wenn es im Video um Diskriminierung von Frauen durch Männer geht – veranschaulicht am umgekehrten Fall – so gibt es natürlich auch die Diskriminierung von Männern durch Frauen. Und von Frauen durch Frauen und Männern durch Männer.

Trotzdem werden in unserem Kulturkreis eindeutig mehr Frauen von Männern diskriminiert, unterdrückt, missbraucht, vergewaltigt. Noch immer leben wir in einem Patriarchat (einem Staat, in dem der Mann mehr Rechte, Macht und Besitz hat als die Frau), noch immer verdienen Männer mehr Geld als Frauen, besitzen Männer mehr, sind Männer mehrheitlich in machtvolleren Positionen in der Gesellschaft. Hier in Deutschland.

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungs, Frauen und Männer wird zu 95 – 99 % von Männern ausgeübt, zu 1- 5% von Frauen (laut Statistik Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Wir sind Teil der Gesellschaft

Alle können sich beteiligen, um Gewalt zu reduzieren: helfen Sie im Alltag, wenn Sie Diskriminierung erleben oder beobachten. Helfen Sie, Opfer zu schützen. Helfen Sie, Konsequenzen für Täter und Täterinnen einzufordern. Verschliessen Sie nicht die Augen: nicht auf der Strasse, nicht in Ihrer Familie oder Ihrem Freundeskreis, Ihrem Dorf, Ihrer Stadt. Hilfe kann sein: Zeugenaussagen, Anzeigen von Diskriminierung und Gewalt, stehen Sie Opfern bei: emotional, finanziell und politisch. Sind Sie selbst betroffen als Opfer und/ oder Täter/in, wenden Sie sich an eine Stelle, die Ihnen therapeutische Hilfe bietet, so dass Sie den Teufelskreis der Gewalt verlassen können.

Mädchen und Jungs, Frauen und Männer. Wir sind alle Menschen. Und immer mehr Menschen verhalten sich so, leben so: gleichberechtigt. Lassen wir es noch mehr werden, dass alle die gleichen Chancen auf  ein glückliches, unversehrtes Leben haben.

Oppressed Majority / Unterdrückte Mehrheit – Video auf Youtube