Endlich ist es soweit: ich besitze die Erlaubnis zum Ausüben der Heilkunde ohne Bestallung auf dem Gebiet der Psychotherapie. So klingt das in Amtsdeutsch. Übersetzt heisst dies: auch wenn ich nicht Medizin oder Psychologie studiert und die Zusatzausbildungen absolviert habe, darf ich Psychotherapie ausüben. Ganz offiziell und vom Gesundheitsamt durch zugelassene Ärztinnen und Ärzte geprüft: ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Vorbereitung auf die Prüfung zur Heilpraktikerin Psychotherapie

Bereits seit längerem, konzentriert aber fast das gesamte Jahr 2013 habe ich mich auf die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie vorbereitet. Und es war wirklich eine Menge zu lernen: nicht weniger als das gesamte Gebiet der Psychiatrie. Denn das ist, worum es bei dem Schein geht: die Ausübung der Psychotherapie.

Und was ist Psychotherapie? Die Arbeit mit psychotherapeutischen Methoden bei vorliegenden psychischen Erkankungen. Liegen diese Erkrankungen nicht vor und wende ich die gleichen Methoden an, heisst es eben nicht mehr Psychotherapie, sondern Gesundheitsberatung, Coaching oder Ähnliches.

Die Prüfung durch das Gesundheitsamt

Die Prüfung erfolgt durch das örtliche Gesundheitsamt an zwei Terminen: einmal schriftlich, einmal mündlich. Die schriftliche Prüfung besteht aus 28 Multiple-Choice-Fragen. Wenn die schriftliche Prüfung bestanden ist, gibt es ein paar Wochen bis 2-3 Monate später einen mündlichen Termin beim Gesundheitsamt. Hier wird in einem Gespräch, das pro Person circa 45 Minuten dauert, von einem Amtsärzt oder einer Amtsärztin mit beisitzendem/r Heilpraktiker/in noch einmal das gesamte Wissen geprüft inklusive die dazugehörigen Paragraphen.

Zulassung zur Heilkunde

Nach bestandener Prüfung bin ich nun zugelassen zur Heilkunde. Was genau bedeutet das? Die Heilkund ausüben bedeutet, dass Krankheiten festgestellt (Diagnose) und geheilt werden dürfen. Das dürfen keine anderen Personen – sie würden sich sonst strafbar machen.

Neue Möglichkeit: Abrechnen über die Krankenkassen

Mit dieser Möglichkeit kann ich nun Diagnosen stellen und Psychotherapiesitzungen durchführen. Und das Ganze kann dann mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Es gibt zwar keine Garantie, dass die Krankenkassen in jedem Fall die Rechnung begleichen. Aber es gibt gute Chancen, dass nicht nur die privaten und Zusatzkassen sondern auch die gesetzlichen Krankenkassen einen guten Teil der eingereichten Rechnungen begleichen. Denn auch gesetzliche Krankenkassen können Psychotherapie bei Heilpraktiker/innen im Rahmen des sogenannten Kostenerstattungsverfahrens bezahlen.

Dies bedeutet, wenn Psychotherapeuten mit Krankenkassenzulassung keinen ausreichenden Therapieplatz zur Verfügung stellen können, dann können sich Patient/innen auch an nicht von der Krankenkasse zugelassene Therapeutinnen wenden. Und das kann dann auch von der Krankenkasse bezahlt werden, auch von der gesetzlichen. Dennoch kann es hier keine pauschale Zusage geben, sondern es wird jeweils individuell entschieden.

Coaching oder Psychotherapie

Im Fall von Coaching gibt es ebenso Möglichkeiten, die Rechnung nicht alleine bezahlen zu müssen. Eine Coaching-Rechnung kann bei Selbstständigen einfach mit der Einkommenssteuer beim Finanzamt eingereicht und abgesetzt werden. So lassen sich auch hier Kosten sparen.

Mit der Zulassung als Heilpraktikerin für Psychotherapie kann ich nun beides praktizieren: Coaching und Therapie. Je nachdem, wie es individuell am besten passt. Und zusätzlich gibt es die Möglichkeit, dass die Patient/innen dies nicht mehr selbst zahlen müssen (Kostenübernahme durch Krankenkasse) oder es wenigstens zum Teil von der Steuer abgesetzt werden kann.

So ist es einfacher, Probleme und Beschwerden im Alltag zu reduzieren oder ganz zu verabschieden. Und entspannter, selbstbestimmter, glücklicher und gesünder zu leben.

Mehr Informationen zu meiner Arbeit finden Sie unter:

www.andrea-hofmann.de