Das ist eine Frage, die sich Menschen häufig stellen. Es könnte auch heissen: Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin, Osteopathie, Homöopathie, Schamanismus, Körperarbeit … Die Menge der Methoden scheint fast unendlich, besonders für Menschen, die sich in der Materie nicht so gut auskennen.

Auch mir begegnet diese Frage öfter im Umgang mit KlientInnen. Ich möchte hier eine kleine Hilfestellung geben bei der Entscheidung. Gleichzeitig kann ich nur bedingt Hilfe geben, da die Kombination von Krankheit und Methode nicht so eindeutig ausfällt, wie sich das viele denken und erhoffen.

Das Wichtigste ist, dass es nach meiner Meinung, Erfahrung und Beobachtung in der Hauptsache um das Individuum geht. Und deshalb alle Information nur einen eingeschränkten Teil des Gesamtpuzzles bilden können. Diesen Teil versuche ich aber so gut wie möglich zu leisten. Auch wenn die einseitige Perspektive des Artikelschreibens, das naturgemäße Fehlen des individuellen Gegenübers, den Teil der Puzzleinformation noch weiter einschränkt.

Zunächst allgemein wie gesagt: für mich kommt die individuelle Disposition zuerst. Dies bedeutet, dass es Methoden geben kann, die zu einer Person passen. Und andere Methoden, die zu einer Person nicht passen. Oder einfach zu der jeweiligen Person in einer bestimmten Zeit und Phase passen oder nicht passen.

Gleichzeitig ist es nach meiner Erfahrung so, dass es bestimmte Probleme und Krankheiten gibt, zu denen bestimmte Methoden besser oder weniger gut passen. Aber da ist es schon weniger eindeutig.

Und um es noch weiter aufzulösen, möchte ich gern Yvon Chouinard (Patagonia-Gründer) zitieren: “Je mehr man von einer Sache versteht, desto weniger braucht man“. Das ist auch meine Erfahrung. In Bezug auf eine Methode bedeutet dies, wenn die TherapeutIn viel Erfahrung hat, viel von ihrer Sache versteht, braucht sie nicht viel Aufbau, vor allem technisch gesprochen. Dann können sich die Grenzen zwischen dem Methoden auflösen und der Zugang zu Problem und Lösung wird immer direkter, immer einfacher.

Da nach meiner Ansicht KlientIn und TherapeutIn bei der Arbeit ein Team bilden, brauchen sie für diese Arbeit umso weniger, je mehr sie gemeinsam von ihrer Sache verstehen. Deshalb halte ich nicht nur die Seite der Therapeutin für wichtig, sondern auch die Seite von KlientIn. Wenn beide besonders offen, erfahren, fein wahrnehmend und konstruktiv gestaltend sind, können mit relativ wenig äusserem und innerem Aufwand verhältnismäßig große Probleme und Krankheiten gelöst werden.

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle hinzufügen, dass nach meiner Erfahrung sogenannte Wunderheilungen (einmalige kurze Sitzung mit eher passivem Aufwand von Seiten der/des KlientIn) eher selten sind. Und ich mir über deren Nachhaltigkeit, das heisst ihre langfristige Wirkung (Jahre und Jahrzehnte) nicht sicher bin. Ich kann mir vorstellen, dass es so etwas gibt, habe selbst aber noch niemanden getroffen, der oder dem das persönlich passiert wäre. Im Gegenteil haben sich für mich schon einige Berichte, die von fabelhaften Wirkungen sprachen, bei persönlichem Kennenlernen der Umstände nicht verifiziert.

Und hier ein letzter Aspekt zu Methodensuche, den ich persönlich sehr wichtig finde. Die Methode ist nur so wirksam, offen und tief wie die Beteiligten. Hat eine der Beteiligten Personen, vor allem die therapeutische Person einen blinden Fleck, den sie bewusst oder unbewusst so stark ablehnt, dass sie nicht möchte, dass er bewusst wird, wird dieser Aspekt bei der Sitzung, den Sitzungen sehr wahrscheinlich nicht auftauchen. Ist dies ein mehr oder weniger zentraler Aspekt der betroffenen Person, kann dies die Lösung und/oder Heilung sehr stark behindern bis verunmöglichen. In manchen Fällen kann es zur Retraumatisierung und (teilweise gravierenden) Verschlimmerung führen.

Deshalb empfehle ich bei allen Methoden der betreffenden Person, sich jemand auszusuchen, bei der/dem sie das Gefühl hat, dass sie/er offen genug ist, um das Dahinterliegende zu sehen und damit zu arbeiten. Dass sie die TherapeutIn/betreuende Person für vertrauenswürdig und kompetent hält, dass sie sich einfach gut aufgehoben fühlt bei ihr.

Nachdem ich nun die Einschränkungen und Vorbehalte formuliert habe, möchte ich aber doch noch einige konkrete Informationen zu den Methoden geben. In diesem Überblick können sie nur relativ kurzgefasst sein. Weitergehende Informationen finden Sie in diesem Blog, wenn Sie die Methode als Suchbegriff unter „Suchen“ eingeben (rechte Leiste ganz oben). Und auf meiner Webseite.

Kinesiologie
Die Methode basiert auf dem sogenannten Muskeltest. Er knüpft über die Muskelspannung an die Gesamtinformation eines Menschen an – an die bewusste und die unbewusste Information, die der Mensch als Gesamtsystem in sich gespeichert hat.

Als Methode, die mehr oder weniger ohne bewusste Mithilfe der KlientIn auskommt, hat sie genau diesen Aspekt: das Bewusstsein der betroffenen Person wird nicht benötigt, nicht weiter eingesetzt.

Dies kann je nach Perspektive ein Vor- oder ein Nachteil sein. Bei Problemen, die sich einem bewussten Zugang zu mehr oder weniger großen Teilen entziehen, hat Kinesiologie ihre besten Möglichkeiten. Bei Menschen, die gerne mehr Aspekte des Problems in ihr Bewusstsein holen möchten und sich gerne aktiv beteiligen möchten, bietet die Kinesiologie manchmal zu wenig. Dies kann aber je nach Kinesiologie-Methode, KinesiologIn und Sitzung sehr unterschiedlich ausfallen.

Kinesiologie eignet sich sehr gut bei Menschen, denen es aus verschiedensten Gründen schwerfällt, sich zu öffnen. Ausserdem ist Kinesiologie in Ausführung und Nachsorge eine sehr leichte Methode, obwohl sie, da sie mit dem Unbewussten arbeitet, sehr tief geht und so viel lösen und bewegen kann.

Kinesiologie-Methoden: Brain Gymn (sehr körperlich, oft erfolgreich bei Lernstörungen von Kindern), Touch for Health (relativ körperlich), Psycho-Kinesiologie (etwas mehr Psychologie, kombiniert mit Traumatatherapiemethode EMDR), Transformationskinesiologie (spirituelle Variante mit dahinterstehendem relativ festgelegten Konzept von männlichem und weiblichem Denken, Fühlen und Tun).

Psycho-Kinesiologie
s. Kinesiologie-Methoden

Familienaufstellung
Familienaufstellung wird oft auch als Familienstellen oder Systemisches Stellen bezeichnet. Klassischerweise entwickelte sich die Methode daraus, dass Familien aufgestellt wurden, daher der Name. Aber in freieren Varianten kann alles mögliche aufgestellt werden: Probleme, Krankheiten, Beziehungen zu anderen Personen, Firmen … Nach meiner Ansicht gibt es (fast?) nichts, was nicht aufgestellt werden könnte. Deshalb wird es in den freieren Varianten oft auch als Systemsiches Stellen bezeichnet, da es einem systemtheoretischen Ansatz („alles ist ein System“) folgt.

Die Stärken der Aufstellung sind das Bewusstwerden, das Hervortreten von vorher unbewussten Aspekten der aufgestellten Konstellation. Das Wort Aufstellen kommt daher, dass die Personen und/oder Aspekte, um die es bei der Aufstellung geht, im Raum angeordnet (= aufgestellt) werden.

Aus dieser Stärke ergeben sich die anderen Aspekte der Methode. Das Hervortreten der vorher unbewussten Zusammenhänge kann für die einzelne Person sehr anstrengend und kräftezehrend sein.

Durch das direkte räumliche Aufstellen können vorher unbewusste Aspekte nicht nur auftreten, sondern auch kreativ und konstruktiv gestaltet werden. Dies ermöglicht aus meiner Sicht ein hohes Mass an aktiver Selbstbestimmtheit und bewusstem Erkenntnisprozess, an Persönlichkeitsentwicklung und Heilung.

Inneres Kind (Innere-Kind-Arbeit)
Diese Methode arbeitet sehr stark damit, Kindheitserinnerungen ins Bewusstsein zu bringen und damit verbundene Traumata aufzulösen.

Die Methode funktioniert am besten für Menschen, die gewillt sind, sich die entsprechenden Phasen oder die gesamte Kindheit nochmals anzusehen und Schritt für Schritt alles durchzukämmen. Für Menschen, zu denen es passt, sich wieder in die traumatisierende Situationen zu begeben und sie dadurch aufzulösen.

Meine Erfahrung damit, etwas flapsig formuliert: je mehr weinen umso besser. Menschen, die damit ein Problem haben, fühlen sich wahrscheinlich bei einer anderen Methoden wohler.

Es ist eine relativ gründliche Methode, die allerdings ihre Grenzen in der Methodik hat. Es gibt festgelegte Meditationen und Übungen. Sie ist weniger offen als Kinesiologie und Familienaufstellung/Systemisches Stellen, kann aber in den Bereichen, in denen sie arbeitet, bei Menschen, die sich relativ leicht öffnen können, sehr tief gehen.

Sie arbeitet im Vergleich zu Kinesiologie und Familienstellen zwar auch mit dem Unbewussten, aber etwas eingeschränkter und vor allem in Beziehung auf die Kindheit als Basis von Problemlösung, weniger auf vereinzelte konkrete Probleme.

EMDR
EMDR bedeutet Eye Movement Desensitization and Reprocessing, dies bedeutet frei übersetzt, dass durch spezielle Augenbewegungen hirnorganisch zunächst eine Rückbildung von traumatabedingten Strukturen initiiert wird (Desensitization). Dadurch und anschliessend ein – durch davor bestehende Traumata behinderter – Prozess der Wahrnehmungsverarbeitung reaktiviert wird (Reprocessing). So wird, je nach Größe des Traumas, schneller oder langandauernder, das Trauma auf- und damit die von ihm verursachten Symptome gelöst.

EMDR ist Teil der Psycho-Kinesiologie. Insofern gilt auch für EMDR an sich, dass es mit dem Unbewussten arbeitet, mit den sich daraus ergebenden Aspekten.

EMDR ohne Kinesiologie ist eine relativ feste Konstruktion, da ihr das individuelle Feedback durch den Muskeltest fehlt. Sie kann nach meiner Ansicht Traumata auflösen, ist jedoch in Kombination mit dem kinesiologischen Muskeltest wesentlich effektiver. Der Muskeltest ermöglicht es, genau herauszufinden, welche Augenbewegung bei der betreffenden Person im entsprechenden Moment die passende ist.

EMDR gehört zu den weltweit anerkanntesten Traumatatherapien.

Mehr Information, Beratung und Ausbildungsseminare (in deutsch und englisch) in Kinesiologie, Psycho-Kinesiologie, Familienaufstellung, Innere-Kind-Arbeit und EMDR unter
www.andrea-hofmann.de Raum für Innere Arbeit in Berlin Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg / Friedrichshain und Treptow / Neukölln

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